Auf den ersten Blick bieten ETF-Dachfonds das Beste aus zwei Welten. Schaut man genau hin, bleibt von den vermeintlichen Vorteilen nichts übrig, heißt es von Morningstar.

In der Asset-Management-Branche sind seit einiger Zeit zwei große Trends zu beobachten: Anleger investieren immer mehr Geld in ETFs, weil diese in der Regel deutlich günstiger sind als gleichartige aktiv verwaltete Fonds. Und Anleger wollen Mischfonds, weil diese ihnen die Mühen der Asset Allocation abnehmen. Der Schluss liegt nahe, dass es sinnvoll ist, beides zu kombinieren, niedrige Kosten und eine professionelle Vermögensverwaltung – in einem ETF-Dachfonds. Das ist allerdings ein Trugschluss, sagt Morningstar-Experte Ali Masarwah.

Im Kleid eines Dachfonds verlieren ETFs nämlich viel von ihrem Charme. Die Produkte weisen eine ähnliche Kostenstruktur auf wie herkömmliche, aktive Fonds: Die Managementgebühr ist vergleichsweise hoch, weil mit ihr nicht nur der Manager bezahlt wird, sondern auch der Vertrieb, über sogenannte Kick-backs.

Setzt man ETF-Dachfonds als Zielfonds ein, kommt man zwar etwas günstiger davon als mit aktiven Fonds. Berater sollten diesen Effekt aber nicht überschätzen, warnt Masarwah. „Setzt ein Dachfondsmanager aktiv verwaltete Fonds ein, stehen ihm in der Regel günstige institutionelle Tranchen zur Verfügung. Außerdem werden die in aktiv verwalteten Zielfonds enthaltenen Kick-backs dem Dachfondsvermögen erstattet, sodass ein Teil der Zielfondskosten wieder eingespielt wird.“

Noch nicht mal die Performance stimmt
ETF-Dachfonds ähneln nicht nur in ihrer Kostenstruktur herkömmlichen Investmentfonds. Sie funktionieren auch ähnlich. Sie sind ebenfalls aktiv verwaltet und weisen somit ausgerechnet jene Eigenschaft auf, der ETF-Anleger eigentlich aus dem Weg gehen wollen: Sie bergen ein veritables Managerrisiko. „Die langfristigen Vorteile, die ETFs wegen ihrer niedrigen Kosten und breiten Diversifikation besitzen, können durch das Handeln aktiver Manager konterkariert werden“, kritisiert der Morningstar-Experte. „In Summe haben ETF-Dachfonds aus Anlegersicht nur sehr wenig mit ETFs zu tun.“

Auch die Performance von ETF-Dachfonds bietet wenig Anlass zur Freude. Das zeigt sich, wenn man die Produkte mit dem Durchschnitt ihrer Morningstar-Kategorien vergleicht. Relativ gesehen haben sich ETF-Dachfonds sowohl auf Sicht von einem Jahr als auch auf Sicht von drei Jahren gegenüber der aktiven Dachfonds-Vergleichsgruppe unterdurchschnittlich entwickelt.

Am deutlichsten ist der Unterschied dort, wo die Aktienquote hoch ist. Die Mischfonds mit der höchsten Aktienquote lieferten im Schnitt auf Jahressicht ein Minus von 6,3 Prozent. Bei den ETF-Dachfonds unter ihnen liegt der Jahresverlust bei 9,1 Prozent.

Schön das ich Alternativen kenne!

 



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